Brennen statt Burnout. Was tun gegen den drohenden Burnout. (Gastartikel)

was tun Burnout Johannes Schulte

Im Hintergrund leise Klaviermusik.

Ich genieße ein Stück Schokolade und freue mich darüber, dass mir das Leben so richtig schmeckt.

Aber das war nicht immer so.

In dem Audio-Podcast zu diesem Gastbeitrag erzähle ich ein Stück aus meiner eigenen Geschichte:

Wie ich 2006 einen heftigen Burnout hatte und völlig ausgebrannt war. Aber die Geschichte bleibt dort glücklicherweise nicht stehen. Mittlerweile sind über 10 Jahre vergangen und mir geht es so viel besser. Ja, ich lebe entspannter und effektiver als vor dem Burnout. Das Leben schmeckt wieder richtig gut.

Falls dein Leben momentan ein bisschen bitter schmeckt, dann ist der Beitrag vielleicht gerade der richtige Impuls für dich?!

Vielleicht bist du mehr als nur ein bisschen gestresst?

Fühlst dich irgendwie erschöpft und ausgebrannt?

Oder du hast das Gefühl, nicht viel Mehrwert zu bringen?

Meine wichtigsten Impulse, wie du entspannt bleibst UND trotzdem hoch effektiv lebst

Über ein paar Zutaten für ein entstresstes und effektives Lebens-Rezept haben Benjamin und ich in diesem Podcast schon gesprochen:

Hör doch einfach mal rein. Zusätzlich zu der Audio-Spur will ich dir hiermit weitere Zutaten mitgeben. Impulse und Schritte, die mir in meiner Geschichte geholfen haben, dass ich heute wieder entspannt lebe und für das brenne, was ich tue.

Aber seien wir ehrlich. Meine Geschichte ist doch gar nicht das Wichtigste. Die Geschichte, die dich viel brennender interessiert, ist deine eigene. Du willst wissen, wie es bei dir weitergeht. Du bist vielleicht besorgt, was noch alles passiert.

Das Gute ist: Deine Geschichte kannst du selber mitschreiben!

Das ist auch schon die erste Lektion, die ich aus meinem Burnout gelernt habe. Wenn ich nicht den Stift in die Hand nehme und meine Geschichte selbstverantwortlich schreibe, dann tut es jemand anderes. Meine Mitmenschen. Mein Umfeld. Meine Mama. Dann lasse ich mich bestimmen von Stress, Sorgen und Stimmen, die auf mich einreden wollen.

Erst als ich mir ernst in die Augen geschaut habe und sagte: Es soll sich etwas verändern. Ja, Johannes, du musst etwas ändern – erst dann ging die Geschichte in eine entspanntere Richtung weiter.

Auf der einen Seite ist es schmerzhaft, sich das einzugestehen. Aber auf der anderen Seite gibt mir gerade das wieder Mut. Und zwar die Tatsache, dass Burnout nie ein Resultat von Umständen ist. Es ist ein Resultat meiner eigenen Entscheidungen. Meiner Einstellung. Meines Lebensrezeptes.

Und dieses Rezept kann ich verändern.

Es liegt an mir. Und das MIR kann ich verändern. Ist doch schon mal eine gute Ausgangsbasis, oder?

Nachdem das Wesentliche geklärt ist, geht’s weiter mit einer Geschichte von Klaus.

Warum Klaus nicht fertig wurde und doch völlig fertig war

Voller Tatendrang stand Klaus am Samstagmorgen auf.

Heute wollte er endlich den Gartenzaun streichen. Seine Frau würde sich freuen!

Pinsel und Farbe hatte er am Vorabend bereitgestellt und so saß Klaus bereits  morgens um 9:00 Uhr auf einem Hocker und strich fleißig die ersten Holzstreben. Nach einigen Minuten stellte er fest, dass ein Querholz nicht mehr richtig angeschraubt war, und so lief er schnell in den Keller, um einen Schraubenzieher und eine neue Schraube zu holen.

Im Keller bekam er einen gehörigen Schreck.

Es herrschte ein fürchterliches Chaos. Also machte Klaus sich daran, den Keller aufzuräumen, denn Ordnung war ihm nun mal sehr wichtig. Nachdem er sich ein paar Minuten durch das Chaos gewühlt hatte, stieß er auf ein altes Familienfoto.

Klaus wurde ganz melancholisch. In Erinnerung schwelgend ging er mit dem Bild ins Wohnzimmer, um es in das passende Bilderalbum zu kleben.

Aber Schreck – die Alben waren ja nur halb bestückt.

Die anderen Bilder lagen alle noch in einem heillosen Durcheinander in der Schublade. Also machte Klaus sich fleißig dran, die Bilder zu sortieren. Denn Ordnung war ihm nun einmal wichtig. Kaum hatte er die ersten Bilder eingeklebt, schellte es an der Tür. Der Nachbar brauchte dringend einen Liter Milch. Schnell flitzte Klaus in die Vorratskammer, um ein paar Sekunden später dem Nachbarn die Milch in die Hand zu drücken. Sobald die Haustür ins Türschloss fiel, rannte Klaus zurück in die Vorratskammer. Er hatte nämlich gesehen, dass dort die Glühbirne flackerte und ausgewechselt werden musste. Nachdem er die kaputte Glühbirne aus der Fassung gedreht hatte, machte Klaus sich auf den Weg in den nächsten Baumarkt.

Eine neue Glühbirne musste gekauft werden.

Im Baumarkt herrschte heute besonders viel Betrieb. Kein Wunder, denn heute waren schließlich alle Artikel um 20% heruntergesetzt. 20%! Das musste doch genutzt werden.

Klaus kämpfte sich durch die verschiedenen Abteilungen, immer auf der Suche nach einem besonderen Schnäppchen. Und tatsächlich. Fünf Durchsagen und drei Abteilungen weiter fand er etwas – eine elektrische Heckenschere. Was für ein Glück – wo doch die Hecke hinter dem Haus dringend gestutzt werden müsste. Glücklich verließ Klaus den Baumarkt.

In der Aufregung hatte er ganz vergessen, eine neue Glühbirne zu kaufen.

Aber gut, jetzt war sowieso erst mal die Hecke dran. Zu Hause angekommen, machte Klaus sich gleich dran, die neue Schere auszuprobieren und die Hecke zu schneiden. Zwei Meter hatte er bereits geschafft, als es Klaus plötzlich wieder einfiel:

Er wollte heute doch eigentlich den Zaun streichen.

Schnell packte Klaus die Heckenschere in den Keller und lief mit Schraubenzieher und Schraube in der Hand zur Vorderseite des Hauses. In aller Eile befestigte er das lose Querholz und strich weiter. Kaum hatte er die ersten Pinselstriche gemacht, rief ihn seine Frau zum Mittagessen.

Verschwitzt und völlig fertig saß Klaus zwei Minuten später am Mittagstisch. Seine Frau schaute ihn stolz an und dachte: „Mensch, so wie mein Klaus heute aussieht, muss er ja einiges geschafft haben. Der Zaun ist wahrscheinlich so gut wie fertig.“

Und Klaus dachte nur: „Frag jetzt nicht. Frag jetzt bloß nicht, wie weit ich schon mit dem Zaun bin.”

Der gute Klaus hat in der ausgedachten Geschichte zu allem Ja gesagt. Gleich und sofort. Und hat am Ende doch nichts fertig gekriegt. Dafür war er aber emotional völlig fertig. Kennst du das?

Vor meinem Burnout leitete ich eine kleine Organisation. Ich war mit Leidenschaft dabei. War offen für jede Idee. Es war herrlich. Und mit Leidenschaft bin ich vielen Ideen auch gleich hinterhergerannt. Klar – es hat mich auch eine Menge Energie gekostet. Oft für Dinge, die es nicht wert waren.

Fazit: Ich war am Ende völlig fertig. Und musste umdenken.

Was erfolgreiche und entspannte Menschen gemeinsam haben

Um aus meinem Burnout wieder rauszukommen, habe ich radikale Entscheidungen getroffen. Die Organisation habe ich in anderen Hände gegeben. Wir sind in eine andere Stadt gezogen. Ich habe ungesunde Essgewohnheiten aufgegeben.

Aber noch wichtiger war es, dass ich generell gelernt habe, das Wort NEIN viel öfters zu nutzen.

Ich sage seitdem höflich aber bestimmt Nein zu manchen Einladungen. Nein zu guten Projekten, die mich von den besten abhalten wollen. Und oft auch Nein zu Dingen, die sich doch eigentlich gehören, oder? Zum Beispiel das Auto immer innen gesaugt und außen poliert zu haben. Die Fenster schön geputzt und das Telefon höflich angeschaltet lassen. Man sollte doch schließlich erreichbar sein. Und über die neusten Nachrichten sollte man auch Bescheid wissen.

Muss das wirklich alles sein? Wir als Ehepaar merken immer mehr, dass wir auf manche Dinge richtig gut verzichten können. Und uns geht es blendend dabei.

Stattdessen konzentriere ich mich immer stärker auf ein paar wenige JAs. Wie Steve Jobs, als er nach Apple kam. Das Unternehmen hatten damals über 300 Produkte im Programm. Und was tat der Revolutionär? Er reduzierte die Anzahl auf ca. 10 Produkte. 10 Produkte. Mehr nicht. Und mit diesen wenigen Produkten wurde Apple richtig erfolgreich.

Denselben Fokus erkenne ich auch in vielen anderen erfolgreichen und effektiven Menschen: sich auf wenige wesentliche Dinge zu konzentrieren.

Wenn ich also nur einen Tipp mitgeben dürfte, wie du einen Burnout vermeidest UND erfüllt, entspannt und effektiv nach vorne gehst, dann ist es dieser: Finde die für dich wirklich wichtigen Prioritäten heraus und beschütze diese wie ein stolzer Vater seine kleine Tochter.

Durch diese radikale Fokussierung sparen wir eine Menge Energie. Sie steht und dann weiter für das zur Verfügung steht, für das es sich lohnt, morgens aus dem Bett zu springen.

Jetzt denkst du vielleicht: Super – Prioritäten und Fokus habe ich verstanden. Jetzt gib mir doch schnell noch ein paar gute Tipps, wie ich mehr Energie bekomme und einen Burnout vermeide. Und dann geht’s weiter.

Ok, abgemacht. Konkrete Tipps und auch meine Geschichte findest du in dem E-Book, das du dir hier als Geschenk herunterladen kannst.

Lass mich in diesem Artikel aber noch etwas anderes wichtiges mitgeben. Sozusagen die Grundlage für alles, was du tust und lebst.

SO fährst du dein Auto nicht gegen die Wand

Stell dir vor, du sitzt im Auto und fährst los. Was muss sein? Du solltest den Zweck deiner Fahrt kennen und natürlich auch darauf achten, immer genügend Sprit im Tank zu haben. Also Prioritäten kennen und Energie tanken.

Aber noch etwas ist wichtig, damit du nicht auf der Strecke bleibst. Und darauf will ich hinaus.

Um das Fahren jederzeit zu genießen und auch anzukommen, musst du die ganze Zeit steuern. Immer und ständig lenken. Mal nach links. Dann nach rechts. Links. Rechts. Ständig gegensteuern. Mal nur ein bisschen. In einer Kurve aber schon merklich mehr. Und das tust du, indem du dich an der Straßenführung orientierst. Die Autos im Blick hast. Die Leitplanken aus den Augenwinkeln beachtest. Und manchmal schaust du auch auf das Navi und die Straßenschilder.

Du willst also meinen zweiten wichtigsten Tipp lesen?

Mach es dir zur Gewohnheit, dass du dich regemäßig bewusst reflektierst und neu orientierst.

Einmal im Jahr nehme ich mir zum Beispiel mit meinem Bruder eine Auszeit. Der Grund: Wir wollen nachdenken, uns neu orientieren und das Leben reflektieren. Aber auch während des Jahres ziehe ich mich immer wieder mal zurück, um über meine Prioritäten und Lebenswerte nachzudenken. Den Fokus wieder einstellen. Schauen, wie weit ich von meinen selbst gesetzten Leitplanken entfernt bin. Mal brauche ich dafür zwei Stunden. Mal einen halben Tag. Und sehr oft auch nur zehn Minuten oder gar ein paar Sekunden.

Diese Gewohnheit ist mittlerweile für mich lebensnotwendig. Ich wäre sonst ja komplett orientierungslos, wenn ich nicht wirklich vor Augen habe, was im Leben wirklich zählt. Dann wäre ich wie ein Autofahrer, der einmal das Lenkrad in eine bestimmte Position gebracht hat und dann Gas gibt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Auto gegen die Wand fährt. Oder im Graben landet.

Das Geniale ist, dass ich nach solch einer Neuorientierung mehr Energie besitze. Denn ich weiß wieder, warum ich lebe. Ich habe mich daran erinnert, wozu ich morgens aufstehe. Ich  kenne mein Warum. Und das weckt in mir die Leidenschaft.

Jetzt denkst du vielleicht: “Ok, komm zum Punkt. Ich weiß doch, was mir wichtig ist. Ist doch klar. Jetzt erzähl mir etwas, das ich noch nicht kenne.”

Nun, meine eigene Erfahrung und meine Beobachtung zeigt mir eines: Wir sind uns längst nicht immer bewusst, was uns wirklich wichtig ist. Längst nicht.

Kennst du z.B. Menschen, die schon mal sagen: “Hauptsache Gesund”? Gleichzeitig trinken sie dabei ihre vierte Cola, ziehen sich ein Mars rein und stöhnen über zu viel Stress. Sie sagen zwar, dass Gesundheit wichtig ist, aber sie leben diesen Wert nicht. Und sie merken diese Diskrepanz im Alltagstrott nicht einmal, weil sie sich nicht wirklich mit ihren Werten auseinandersetzen.

Ein anderes Beispiel: Familie ist wichtig. Aber dann kommt ein Jobangebot, bei dem du doppelt so viel verdienst. Du hast zwar viel mehr Fahrtzeit und musst auch mal ein paar Tage unterwegs sein. Aber hey, solch ein Angebot kommt nie wieder. Endlich könnt ihr euch die Garage bauen. Und unüberlegt wird das Angebot angenommen. Nur, um einige Jahre später schmerzlich festzustellen, dass man sich irgendwie auseinandergelebt hat.

Ganz ehrlich – bei mir selbst und auch bei anderen beobachte ich, dass wir viel zu oft nicht wirklich das leben, was uns wichtig ist. Weil wir unreflektiert durchs Leben gehen. Keine Referenzpunkte vor Augen haben, an denen wir uns orientieren. Wir reagieren statt agieren.

Deshalb reicht es nicht, nur einmal ein Buch über Lebensplanung zu lesen. Oder nur einmal einen Kurs über Zeitmanagement zu belegen. Oder sich punktuell mit den eigenen Werten zu befassen, um sie dann wieder im Alltag zu vergessen. Nein, ich finde es extrem wichtig, sich regelmäßig und immer wieder damit zu beschäftigen. Bis sich neue Gedankengänge gebildet haben. Bestimmte Handlungen zur Gewohnheit geworden sind. Bis das wirklich Wichtige in unserem Leben auch wirklich im Alltag gelebt wird.

Deshalb sind Kurse wie der von Benjamin so hilfreich. Weil man sich über einen längeren Zeitraum mit dem Thema beschäftigt. Regelmäßig. In kleinen Häppchen.

Bis sich manche Denkmuster entwickelt haben. Gewohnheiten. Ein Lebensstil.

Übrigens gibt es neben NEIN ein noch kürzeres Wort, das mich dahin gebracht hat, heute entspannter und effektiver zu leben. Und zwar das Wort TUN.

“Wenn du Dinge sehen willst, die du vorher noch nie gesehen hast, musst du Schritte gehen, die du vorher noch nie gegangen bist.”

Die besten Lebens-Werte machen uns nicht reicher, wenn wir auch entsprechend handeln. Wenn wir nicht durch bestimmte Handlungen die Werte immer mehr manifestieren. Sie leben. Umsetzen. In unser Denken einbrennen.

Das Beste holst du also aus dem Artikel, wenn du direkt EINEN weiteren Schritt nach vorne gehst. Hier ein paar Möglichkeiten:

  • Du meldest dich zu dem Kurs “Raus aus der Tretmühle” an. (Link setzen)
  • Du lädst dir mein kostenloses E-Book herunter.
  • Du planst ein Wochenende oder zumindest einen halben Tag als Auszeit, um über das nachzudenken, was dir wirklich wichtig ist.
  • Wenn du deine Werte und Prioritäten schon klar definiert hast, dann überlegst du dir ein Morgenritual oder eine andere Gewohnheit, um dich täglich zu erinnern.
  • Du schreibst dir zwei Dinge/Menschen/Aufgaben auf, zu denen du in den nächsten vier Wochen NEIN sagen wirst.

Es gibt noch viele andere Möglichkeiten, einen weiteren Schritt zu tun. Mein Wunsch für dich? Dass du ein Schritt nach dem anderen gehst und in einem Jahr zurückblickst und denkst: “Wow, das waren echt reiche und entspannte 12 Monate”.

Zum Autor

Johannes Schulte ist Personalentwickler, StorySpeaker und Podcaster.

Auf http://www.inspiriere.de/ und in Vorträgen und Seminaren gibt er Impulse und Hilfestellungen, wie du deine Geschichte stark weiterschreiben kannst UND andere Menschen mit deinem Leben und deiner Persönlichkeit inspirierst.

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