Warum jeder von uns einen gefährlichen Job hat (Gastartikel Frank Albers )

Warum jeder von uns einen gefährlichen Job hat (Gastartikel Frank Albers )

Bist du Bergretter, Feuerwehrmann oder Polizist, dann Hut ab. Du leistest einen wertvollen Dienst an der Gesellschaft und wir alle können froh sein, dass es Menschen gibt wie dich. Täglich bist du unterwegs, um anderen zu helfen. Oft riskiert du dein Leben und deine Gesundheit bei gefährlichen Einsätzen. Im Laufe der Ausbildung bringt man dir bei, was Eigensicherung bedeutet, um sich vor physischem Schaden zu bewahren und das ist gut so.

  • für den Bergretter ist Eigensicherung wichtig, weil es dem Verunglückten wenig hilft, wenn der Retter selbst in eine Notlage gerät
  • auch der Feuerwehrmann kann niemandem helfen, wenn er durch leichtsinnige Alleingänge plötzlich selbst von Flammen eingeschlossen ist
  • und der Polizist vertraut bei gefährlichen Kontrollen auf die Absicherung durch den Kollegen

Ich denke, dass klingt für jeden logisch.

Wir alle kennen das auch aus dem Flugzeug. Dort wird den Passagieren immer das Video der Sicherheitsunterweisung vorgeführt, in dem u.a. gezeigt wird, dass im Notfall zuerst der Erwachsene die Sauerstoffmaske aufsetzen soll, um dann erst den anderen Bedürftigen zu helfen, wie zum Beispiel Kindern oder älteren Menschen.

Du kannst auf Dauer nur gute Arbeit leisten und anderen helfen, wenn es dir gut geht.

Bisher haben wir ausschließlich über die physischen Gefahren und die notwendige Eigensicherung gesprochen, aber – ich denke, darüber sind wir uns alle einig – diese Tätigkeiten bringen natürlich auch erhebliche psychische Belastungen mit sich.

In diesem Punkt wird die Eigensicherung häufig vernachlässigt – und das nicht nur von den oben Beschriebenen, sondern von allen Berufsgruppen.

Denn, was uns meistens nicht bewusst ist: Jeder von uns hat einen gefährlichen Job!

Warum jeder von uns einen gefährlichen Job hat

Zwar sind die, ich nenne sie mal „helfende und dienende Berufe“, ganz besonderen körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt, aber auch in anderen Berufszweigen gehen Menschen immer öfter an ihre psychischen Belastungsgrenzen.

Die Diagnosen von:

  • Depressionen
  • psychischen Erschöpfungszuständen
  • dem Burnout-Syndrom

haben in den letzten Jahren stark zugenommen.

Nur allzu häufig verbringen wir den ganzen Tag damit, die Erwartungen anderer zu erfüllen.

Kommt es dir auch manchmal so vor, als würde jeder ständig irgendetwas von dir wollen?

  • da ist der Vorgesetzte, der fleißig an dich delegiert
  • da sind die Kinder, die mit dir spielen wollen
  • da sind deine Vereinskollegen, die gerne hätten, dass du dich bei der Weihnachtsfeier engagierst
  • und da sind gefühlte 99 Verwandte, die, geografisch über ganz Deutschland verteilt, von dir erwarten, dass du gefälligst ab Heiligabend ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest mit ihnen verbringst

Seit Jahren versuchst du, es allen recht zu machen und du merkst, dass deine Batterien immer leerer werden.

Schlimmer noch! Du kommst dir vor, als hättest du in deinem Körper NiMH-Akkus. Das sind diese alten Dinger aus den 90er Jahren – die mit dem Memory-Effekt. Denn immer wenn du versuchst, deine Akkus aufzuladen, merkst du, dass du allerhöchstens noch 50 % deiner Kapazität hast. Egal, ob nach dem Wochenende oder nach einem dreiwöchigen Urlaub … du schaffst es einfach nicht,  dich vollständig zu erholen.

Was sagst du?

Du willst deinen Job machen?“ – Das ist ok.

Du möchtest anderen helfen?“ – Umso besser!

Aber:

  • ist es zielführend, jede Woche 20 Überstunden zu machen, wenn die Gefahr besteht, dass du selbst in ein paar Wochen wegen Burnout ein halbes Jahr lang ausfällst? (Dafür kenne ich einige Beispiele aus dem persönlichen Umfeld) Das hilft auf Dauer weder deinem Vorgesetzten, noch deinem Arbeitgeber … und dir selbst am allerwenigsten.
  • hilft es denjenigen, die du betreust, wenn deine Ehe wegen ständiger Selbstausbeutung in die Brüche geht und als Folge dein Umgang mit den Mitmenschen aus Frust immer unfreundlicher und ruppiger wird?
  • wie willst du soziale Kompetenz und Empathie aufbauen, wenn deine persönlichen sozialen Kontakte zu Freunden und Familie wegen tiefentladener Akkus den Bach runtergehen?

Fazit:

Wir alle haben heutzutage einen gefährlichen Job. Es ist an einem selbst, sich zu schützen und dafür zu sorgen, ein langes und erfülltes Leben zu haben. Gerade, wenn dieser Job für uns nicht nur Beruf, sondern auch Berufung und Leidenschaft bedeutet, ist er besonders gefährlich.

Jeder sollte eine gesunde Portion Egoismus zu sich nehmen – am besten dreimal täglich.

Und das gilt für alle Berufe!

Was ist mit dir?
Achtest du auf deine psychische Eigensicherung?

 

Frank Albers

Mein Name ist Frank Albers und dies sind meine beiden Themenschwerpunkte im Bereich Training und Coaching:

Selbstmanagement für den Alltag

Als Experte für Selbstmanagement helfe Menschen, ihre Ziele zu finden, zu erreichen und ihr eigenes Potential optimal zu nutzen.

Projektmanagement für Solounternehmer

Solo-Unternehmer unterstütze ich darin, ihre Projekte erfolgreich zu realisieren.

Da ich selbst seit über 20 Jahren selbstständig bin, weiß ich ganz genau, wo der Solo-Unternehmerschuh drückt.

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