“Ich kann nicht mehr” – Mein Notfallplan

“Ich kann nicht mehr” – Mein Notfallplan

Ich bin kein Duracell Hase.

Dieser Spielzeughase aus der Werbung der “läuft und läuft und läuft”

Nein, ich habe ab und zu das Gefühl, dass meine Batterie leer ist.
Ich kann und will dann einfach nicht mehr.

Ich habe keine Kraft mehr.

Kennst du das?

Wenn es ganz schlimm ist, lege ich mich wie von selbst hin und schlafe ein.

Oder noch schlimmer:
Ich werde krank.

Noch häufiger habe ich einfach keinerlei Motivation mehr. Ich habe zu nichts mehr Lust. Ich will zu keinem Termin, nichts lesen, schreiben und schon gar nicht irgendwelche Mails beantworten.

Inzwischen kommt es nur noch sehr selten so weit, denn ich kenne mich selbst immer länger und steuer schneller dagegen.

“Ich kann nicht mehr” – Mein Notfallplan

Mein 7 Schritte “Ich habe keine Kraft mehr” Notfallpaket:

1. Akzeptiere, dass du zur Zeit kraftlos bist

Dieser Punkt fällt mir am schwersten und er ist doch der Wichtigste.
Denn meine übliche Reaktion auf Kraftlosigkeit war lange ein trotziges “jetzt erst recht”.

Ich habe das Tempo angezogen, statt es zu drosseln. Wenn ich langsamer werde muss ich halt länger im Büro bleiben.

Das ist vorbei. Ich akzeptiere, wenn es nicht geht.

2. Nimm dir eine Pause – jetzt!

Nur du kannst dich wieder aufladen. Solange niemand in Lebensgefahr gerät, weil du dir eine Pause nimmst, gönne dir eine Auszeit.

Das kann ein entspanntes Wochenende, ein freier Tag oder ein paar Stunden für dich allein sein.

Plane nicht, das demnächst mal zu machen. Mache es jetzt, sofort!

3. Gönne dir in dieser Auszeit etwas

Ich nehme mir gerne die Zeit einfach mal ohne schlechtes Gewissen vor dem Fernseher zu sitzen.

Oder ich gehe mit meiner Frau in ein gutes Restaurant.

Schon ein einstündiger Spaziergang macht den Kopf oft wieder frei.

Ein Saunatag ist manchmal besser als ein kurzer Urlaub. In der Sauna tue ich etwas für Körper und Seele. Und ganz wichtig: Ich kann kein Telefon bei mir haben.

In solch angespannten Zeiten gönne ich es mir einfach mal länger zu schlafen als üblich.

Manchmal setze ich mich auch einfach 20 Minuten schweigend in die Kirche. Diese kurze Zeit allein mit Gott gibt mir häufig mehr Kraft als ein freies Wochenende.

Was tut dir gut? Leg dir eine Liste mit Dingen an, die du dir in der nächsten Energiekrise sofort gönnen kannst.

4. Aufgaben streichen

Nachdem ich aus meiner kurzen Auszeit in den Alttag zurückkehre, schaue ich mir meine Aufgaben an und stelle mir bei jeder Aufgabe dieselbe Frage:

»Ist das wirklich wichtig?«

Sobald ich daran auch nur den leisesten Zweifel habe, streiche ich die Aufgabe von meiner Todoliste und aus meinem Kopf.

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5. Aufschieben

Anschließend schaue ich mir die verbliebenen Aufgaben noch einmal an und frage mich:

»Muss das JETZT sein?«

Alles, was nicht heute oder morgen zwingend erledigt werden muss, bekommt ein neues Fälligkeitsdatum. Das geht besonders einfach mit dem Todoist. Ich schiebe die Aufgaben mit nur einem Klick auf nächste Woche, nächsten Monat oder ein individuelles Datum.

6. Suche nach den Gründen warum du keine Kraft mehr hattest

Die akute Krise ist damit im Griff. Doch jetzt kommt der wichtigste Schritt:

Frage dich, wie es soweit kommen konnte. Was sind die Gründe für dein Energietief gewesen. Nimm dir für diese Frage ausreichend Zeit. Du kannst so ein Vielfaches von Zeit und Ärger in der Zukunft vermeiden.

Liegt es an zu hohen Erwartungen von anderen an dich?
Oder hast du selber einen zu hohen Anspruch an dich?
Bist du zu perfektionistisch?

Kannst du Aufgaben und Verantwortungen gut abgeben oder musst du alles selber machen?

Denkst du für andere mit und übernimmst Dinge, die sie eigentlich tun müssten?

Oder hast du gar ein Helfersyndrom? (Mach jetzt einen Test)

7. Beuge vor

Was willst du nach der Auszeit anders machen?
Wenn du wieder genauso los legst wie bisher wirst du genau so enden wie jetzt! Dasselbe zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten, ist Wahnsinn.

Vielleicht schreibst du eine festgelegte Zeit lang deine Arbeitsstunden auf (zum Beispiel mit Übertime). Das hilft dir dabei ein realistisches Gefühl für das, von einem Menschen machbares, zu bekommen.

Streiche Verpflichtungen, die dich belasten, dauerhaft aus deinem Leben. Das kann unter Umständen auch ein Hobby sein, wenn es dir mehr Kraft raubt als es dir gibt.

Drücke dir diesen 7 Schritte Plan aus und nutze ihn, wenn du das nächste mal denkst: “Ich habe keine Kraft mehr.”

Ich wünsche dir viel Kraft!

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© Benjamin Floer
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