Stress ist: Wenn du während der Beerdigung weder Name noch Geschlecht des verstorbenen weißt 

Stress ist: Wenn du während der Beerdigung weder Name noch Geschlecht des verstorbenen weißt 

Vor einiger Zeit erzählte mir ein Pfarrer bei einer Fortbildung, dass ihm folgendes passiert ist. Während der Beerdigung wusste er nicht nur den Namen des Toten nicht mehr sondern auch nicht das Geschlecht.

Ich kann mir nicht im geringsten vorstellen was der Kollege in diesem Moment gefühlt haben muss.
Angst? Scham? Verzweiflung? Wahrscheinlich ein ordentlicher Cocktail an unangenehmen Gefühlen.
Seine Gefühle waren aber wohl nicht sein Hauptproblem. Vielmehr war er damit beschäftigt sich auf die Predigt zu konzentrieren. was sollte er sagen?

»Liebe Gemeinde, heute müssen sie einen schweren Weg gehen. Wir sind hier um »dem Verstorbenen« (geht nicht) – dem Tod zu gedenken. Der Tod bricht oft unerwartet in unser Leben. So war es auch »bei« (geht nicht) – diesmal in ihrer Familie.«

Ganz schön schwierig unter den Bedingungen etwas zu sagen, dass nicht nur theoretisches Geschwafel ist. Selbst wenn er aus dem Vorgespräch noch etwas gewusst hat, konnte er es ohne das Geschlecht des Toten zu wissen nicht erzählen.

Wie ist der Pfarrer überhaupt in die Situation gekommen?

Er hatte Stress!

Die Woche war sowieso schon voller Termine und dann kamen auch noch 4 Beerdigungen hinzu. Dazu gehörten natürlich auch 4 Vorgespräche mit den Familien. Einige Termine dieser Woche konnte er noch verschieben. Aber die Hochzeit, eine Taufe, die Sitzung des Pfarrgemeinderats, zwei Schulgottesdienste, den Kindergartenbesuch und eine Fortbildung mussten sein.

Welche Alternativen hätte der Pfarrer gehabt und was kannst du für deinen Alltag daraus lernen?

Die Lösung liegt nicht darin sich den Namen und das Geschlecht aufzuschreiben, denn das Problem liegt tiefer. Dass er es vergessen hat oder zumindest seine Notizen verlegt hat, lag am Stress.

Dass es zu Beerdigungen während der Woche kommt ist nichts ungewöhnliches sondern der Regelfall. Sicherlich gibt es auch in deinem Alltag Dinge, die immer wieder vorkommen, die sich aber trotzdem nicht langfristig einplanen lassen. Das ist vielleicht der Kollege, der regelmäßig deine Hilfe braucht. Der Kunde, der mehr oder weniger regelmäßig anruft und besucht werden möchte. Oder die Sekretärin, die immer noch eine wichtige Aufgaben für einen hat.

Doch es gibt eine einfache Lösung:

Plan alles, was ahnbar, aber nicht planbar ist, trotzdem ein!

Wie?
– Plane Puffer ein, indem du weniger Termine und Aufgaben annimmst als du Arbeitszeit zur Verfügung hast. So gewinnst du Zeit für Unerwartetes.
– Plane regelmäßige “Störungen” an festen Terninen ein. Zum Beispiel jeden Dienstag und Donnerstag Vormittag für Beerdigungen. Das macht es auch für das Büro und die Bestatter einfacher. Sollte einmal keine Beerdigung sein, findest du sicher etwas, was du tun kannst.

Und ganz wichtig:
Mache eine Tagesplanung für den morgigen Tag. Gucke dir alle Termine und Aufgaben an die anstehen und bringe sie in eine sinnvolle Reihenfolge Wertvolle Tipps dazu gibt es im Selbst-Lern-Kurs.
Lege dir bei der Tagesplanung alle Unterlagen zum Beispiel mit den Notizen zur Beerdigung in einer Mappe zurecht. Diese Mappe, mit allem was du an dem Tag brauchst, nimm immer und überall mit.

Für die Tagesplanug solltest du dir eine feste Zeit suchen, damit sie zur Gewohnheit wird. Zum Beispiel immer als letzte Handlung im Büro, immer vor dem Abendessen oder immer kurz vor dem Schlafengehen.

Fazit:
Plane auch Unplanbares ein und bereite deinen nächsten Tag immer vor.

Benjamin – Ich habe Zeit für dich

2 Kommentare

  • Hallo Benjamin,

    vielen Dank für deinen tollen Artikel! Das ist ja wirklich eine furchtbare Situation in die dein Kollege da geraten ist. Ich wüsste nicht, wie ich damit umgehen sollte. Es zeigt aber deutlich, wie wichtig Pufferzeiten sind und wie schnell ein "Zuviel" an Aufgaben in einer Katastrophe endet.

    Viele Grüße

    Marc
  • […] heute hat Benjamin auf seinem Blog mit dem Artikel „Stress ist: Wenn du während der Beerdigung weder Name noch Geschlecht des Verstorbenen wei&szli…“ ein schönes Plädoyer für die Einplanung von Pufferzeiten […]

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