Warum ich mein Smartphone wegwerfe

Warum ich mein Smartphone wegwerfe

Ins Bett gehen und aufs Handy schauen

Aufwachen und aufs Handy schauen

Aufs Klo gehen und aufs Handy schauen

Auto oder U-Bahn fahren und aufs Handy schauen

Arbeiten und aufs Handy schauen

Pause oder Feierabend machen und aufs Handy schauen

Mit einem Freund reden und aufs Handy schauen

Mit dem Kind spielen und aufs Handy schauen

Mit dem Partner schlafen und aufs Handy schauen

Auf dem Laufband sein und aufs Handy schauen

Auf einer Beerdigung sein und aufs Handy schauen

Traurig sein einsam sein erschöpft sein krank sein und aufs Handy schauen.

(Vom Zwang befreien, ständig aufs Handy zu schauen (in 5 Minuten), http://mymonk.de/ausschalten/)

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Letzte Woche habe ich in den Exerzitien einen Kollegen kennen gelernt. Dieser erzählte, dass er vor 6 Wochen sein Smartphone abgeschaltet hat und durch ein Prepaid Handy aus der Drogerie ersetzt hat. Allen bekannten schrieb er: „Dies ist meine neue Nummer. Wenn ihr antwortet werdet ihr gespeichert. Kommunizieren könnt ihr mit mir per Telefon oder SMS“

Das hat mich sehr nachdenklich gemacht. Könnte ich ohne Smartphone leben?

Will ich das überhaupt?

Ich habe mir dazu meine Gedanken gemacht und im Internet nachgeforscht:

Hilft dir dein Smartphone dabei produktiver zu sein oder gefährdet es deine geistige Gesundheit?

Der durchschnittliche Smartphone Nutzer bekommt 22 Anrufe pro Tag.

Schau doch einmal in deiner Anrufliste und zähle wie viel anrufen du durchschnittlich am Tag bekommst und tätigst. Erschrocken?

 

Durchschnittlich schaffen wir es nicht mehr als sechs ein halb Minuten am Stück nicht auf unser Handy zu schauen. Wenn du das Gefühl hast zu oft auf das Handy zu kucken, stelle dir einen Wecker zum Beispiel auf 1 Stunde und erlaube dir, nur wenn er klingelt, auf das Handy zu gucken.

 

56 % der Amerikaner haben das Gefühl zu wenig Schlaf zu bekommen, der Hauptgrund dafür ist die Nutzung von Smartphones. Denn 84 % der betroffenen Menschen haben ihr Handy während der Nacht im normalen Betriebsmodus.

 

Das Handy auszuschalten führt bei vielen Menschen inzwischen zu einem Schuldkomplex. Sie fühlen sich verpflichtet immer erreichbar zu sein.

So wird zum Beispiel jede E-Mail mit einem Signalton angezeigt und die aktuelle Tätigkeit zum Lesen und Beantworten der Mail unterbrochen. Nach einer Unterbrechung brauchen wir im Schnitt aber 20 Minuten bis wir erneut das selbe Konzentrationslevel erreicht haben.

Viele Unternehmen haben inzwischen die Zustellung von Mails nach Feierabend unterdrückt. Diese Firmen wollen ihre Mitarbeiter zum Feierabend zwingen. Schade, dass solche Schritte nötig sind und der Handynutzer nicht selber in der Lage ist den aus Knopf zu drücken.

 

Durch die Nutzung von Smartphones hat sich ein neues interessantes Krankheitsbild entwickelt. Die so genannten„Phantomvibrationen“. Dabei ist sich der Smartphone Nutzer absolut sicher eine Benachrichtigung auf seinem Smartphone bekommen zu haben. Doch wenn er auf das Handy schaut ist dort keine Benachrichtigung. Ist dir das auch schon einmal passiert? Dann solltest du dein Handy bewusst einige Zeit nicht am Körper tragen.

 

Was kannst du tun um dich vor solchen Symptomen zu schützen?

 

  • dein Handy hat im Schlafzimmer nichts zu suchen.Stelle alle Benachrichtigungen vor dem Schlafengehen aus und aktiviere am besten den Flugzeugmodus. Lagere dein Handy in einem anderen Raum. Kaufe dir alternativ einen Wecker.
  • auf dem iPhone gibt es einen “Nicht-Stören-Modus”. Dieser lässt sich auch automatisch zu bestimmten Zeiten einstellen. Du bist dann nur erreichbar für deine Favoriten. Bei mir sind das meine Frau, meine Eltern und meine Schwiegereltern. So brauche ich keine Angst haben im Notfall nicht erreichbar zu sein und habe dennoch meine Ruhe. Für Android Geräte gibt es zahlreiche Apps, die diese Funktion erfüllen.
  • stelle dein Handy regelmäßig aus. Am besten automatisiert du diesen Vorgang. Zeiten zu denen das Handy aus sein sollte: 1 Stunde vor dem Schlafengehen, während der Mahlzeiten, die erste Stunde nach dem Feierabend
  • lasse zwei bis dreimal pro Woche bei Aktivitäten dein Handy bewusst zuhause
  • Prüfe welche Benachrichtigungen du wirklich brauchst. Muss dein Handy dir außer Anrufen irgend etwas sofort anzeigen? Stelle alle nicht benötigten Benachrichtigung ab.

 

Das Smartphone an sich ist nichts schlechtes und ich kann oder besser ich will nicht darauf verzichten. Mein Smartphone werfe ich nicht in den Müll, aber ich lege es ganz bewusst regelmäßig beiseite.

 

So hat das Iphone während dem Essen, dem Schlafen und dem Spielen mit den Kindern nichts in meiner Nähe verloren.

 

Wie gehts du mit deinem Smartphone um?

Fühlst du dich gestresster wenn du dein Handy an oder wenn du es aus hast?

 

Zu diesem Text inspirierte mich  neben dem Kollegen eine Infografik auf die ich gerne verlinke.

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3 Kommentare

  • Toller Beitrag. Ich habe in der Fastenzeit auf Facebook verzichtet und werde es vermutlich danach ganz abschaffen. Auch habe ich mir über meinen Umgang mit dem smartphone Gedanken gemacht. Smartphone freie Zeiten werden mehr zur Pflicht ab jetzt. Danke für den Beitrag! LG Marco
  • Hallo Marco,

    Zur effektiven Nutzung von Facebook habe ich auch schon was geschrieben. Was motiviert dich dazu das Netzwerk zu verlassen?

    viele Grüße Benjamin
  • […] den vierten Tipp möchte ich euch einfach nochmal auf Benjamins letzten Artikel „Warum ich mein Smartphone wegwerfe“ hinweisen. Manchmal tut es ganz gut auch einfach mal abzuschalten und nicht erreichbar zu sein. […]

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© Benjamin Floer
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