Wie sicher ist dein freies Wochenende vor einem gefräßigen Termin wirklich?

Wie sicher ist dein freies Wochenende vor einem gefräßigen Termin wirklich?

»Warum können Sie denn an diesem Wochenende nicht Herr Floer?«

»Da habe ich frei.«

»Da kann man doch wohl mal eine Ausnahme machen. Ich muss doch auch an meinem Wochenende hier sein.«

»Oh. Da sollten wir dringend drüber sprechen.
Wer zwingt sie denn?«

Keine Frage:
Ich liebe meine “Arbeit” und oft kommt sie mir deshalb vor wie ein Hobby. Aber meine Freizeit möchte ich gerne außerhalb meiner Gemeinde verbringen. Und das heißt auch, dass ich an meinen freien Wochenenden keine dienstlichen Verpflichtungen wahrnehme.

Ich arbeite jede Woche 6 Tage und habe jeden Montag frei.
Einmal im Monat habe ich ein freies Wochenende.

Auf diese Auszeiten zu bestehen, egal was kommt, ist kein Egoismus.
Zum einen habe ich auch als Vater und Ehemann Verpflichtungen, zum anderen erhalten diese längeren Pausen meine Arbeitsfähigkeit auf Dauer.

»Wenn deine Seele keinen Sonntag hat dann verdorrt sie« Albert Schweizer

Was nützt es der Gemeinde, wenn ich zwei, drei oder auch vier Jahre immer alles gebe und dann über Monate oder gar Jahre krankheitsbedingt ausfalle?!

Ich bin erschrocken, wieviele Kollegen Burn-Out gefährdet sind.

Immer wieder werde ich gebeten eine Ausnahme zu machen und es folgt ein kurzes unangenehmes Schweigen, wenn ich auf mein freies Wochenende bestehe.

Doch viel zu schnell wird die Ausnahme zur Regel!

Ich erwische mich immer wieder einmal dabei zu überlegen ob dieses Treffen nicht besonders wichtig ist oder dass ich ein bestimmtes Projekt unbedingt weiter bringen muss.

Doch ich bleibe eisern:
Mein regelmäßiges »Nein« zur Arbeit ist ein »Ja« zu mir selbst, meiner Familie und zu mehr Arbeitsqualität.

Doch wie kannst du es schaffen deine freien Wochenenden, deinen Urlaub oder deine arbeitsfreien Montage gegen “Angriffe” von außen zu schützen?

Meine 6 Tipps für dein freies Wochenende

1)
Meine freien Wochenenden lege ich für die nächsten 12 Monate fest, wenn ich meinen Urlaub plane. Nur die langfristige Planung ermöglicht es mir diese Zeiten vor dienstlichen Terminen zu schützen.

2)
Oft plane ich einige Wochen im Voraus was ich in meiner Freizeit machen möchte. Diese Tätigkeiten und Termine trage ich in den Kalender ein. Diese privaten Vorhaben haben für mich die selbe Priorität wie meine dienstlichen Verpflichtungen.

Wie wichtig es ist zuerst die privaten Termine zu planen, möchte ich dir in einer Geschichte erzählen. Lehn dich zurück und gönne dir diese 2 Minuten Auszeit:

 

3)
Ich bin absolut konsequent!

Zumindest meistens 😉

Ausnahmen sind der Beginn einer Regelmäßigkeit. Deshalb gibt es diese Ausreißer bei mir nicht.

Doch keine Regel ohne Lücke. Fortbildungen, die 5 Tage dauern, Notdienste und Diözesanveranstaltungen sind O.K.

4)
Ich tauche ab.
An meinem freien Wochenenden fahre ich oft, zumindest tageweise, weg. Ich bin nicht zu Hause und somit nicht erreichbar. Zusätzlich schalte ich die Telefonweiterleitung aufs Handy ab. Mein iPad und iPhone bleiben zu Hause im Schrank liegen.
Wenn ich frei habe bin ich fast komplett offline.

»Aber das geht doch nicht.”

Wirklich nicht?
Warum denn nicht?

Wenn du wirklich so unersetzlich bist, lege fest wann du deine E-Mails abrufst. Maximal zweimal pro Woche. Kommuniziere diesen Termin in deiner Abwesenheitsmitteilung.
Am besten legst du dafür eine neue Adresse mit dringend@ an. So bekommst du nur die wirklich wichtigen Nachrichten und siehst nicht auch noch alle Nachrichten, die noch Zeit hätten.

Teile auch deiner Familie mit wann du arbeiten musst. Nicht »wenn«, sondern »wann«. So wird die festgelegte Zeit verbindlich für dich.
Deine Kinder und dein Partner können dich so darauf hinweisen, wenn es nicht die Zeit zum Arbeiten ist.

 

5)
Damit du nicht aus Gewohnheit ständig zu deinem Smartphone greifst, überlege dir gute Alternativen.

Habe zum Beispiel immer ein spannendes Buch in Reichweite.
Auch im Bad 😉

6)
Sollte dir, wenn du frei hast, etwas wichtiges einfallen: nimm dir sofort ein Notizbuch vor, notiere den Punkt, und lege das Buch dann wieder weg.

 

Beim Training von Sportlern oder beim Lernen von Studenten sind Pausen für das Ergebnis mindestens genau so wichtig wie das Üben.

Gönne dir auch in deinem Alltag regelmässig echte Erholung!

Dein Körper, dein Partner, deine Kinder, deine Produktivität und deine Psyche werden es dir danken.

 

Was hilft dir dabei abzuschalten und wirklich frei zu machen?

2 Kommentare

  • Hallo Benjamin,

    ich finde es echt klasse, wie präventiv du dafür sorgst, Zeit für das Wichtigste zu nehmen. Genau das musste ich durch meine eigenen Fehler lernen. Jetzt achte ich auch sehr darauf, die Wochenenden besser zu planen und im Voraus zu überlegen, wie und wo ich mich zurückziehe.

    Liebe Grüße nach Langenfeld,
    Johannes

    PS: Danke noch mal für deine guten Inhalte.
  • Hallo Johannes,
    vielen Dank für deinen schönen Kommentar. Wie lange vorher planst du denn, was du an den Wochenenden machst?

    viele Grüße Benjamin

Was denkst du?

© Benjamin Floer
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