Warum die Work-Life-Balance Quatsch ist

Warum die Work-Life-Balance Quatsch ist

Arbeitest du noch oder lebst du schon?

Arbeit und Leben wird oft mit einer Waage verglichen, die es gilt im Gleichgewicht zu halten.

Dieses Bild finde ich aus mehreren Gründen nicht angemessen:

  • die Arbeit ist Teil des eigenen Lebens und nicht etwas separiertes davon
  • wir arbeiten die meiste Zeit unseres Lebens
  • das Bild suggeriert, Arbeit sei immer etwas Schlechtes
  • eine Trennung von Arbeit und Freizeit ist besonders bei Seelsorgern kaum möglich

Unsere Zeit lässt sich nicht in Arbeit und Leben teilen. Die Arbeit ist Teil des Lebens und besonders in unserem Beruf nicht trennbar von unserer Person und unserem ganzen Leben.

Dass die Arbeitsstunden mehr sind als die freien Stunden ist bei den meisten Berufen ein Fakt. Die Stunden ins Gleichgewicht zu bringen oder längere Zeit frei zu haben als zu arbeiten bleibt für die meisten Menschen ein Traum.

Ich finde diese Tatsache aber nicht schlimm. Es verdeutlicht mir nur, dass es umso wichtiger ist, sich bei der Arbeit wohl zu fühlen.
Jeder ärgert sich mal bei der Arbeit. Das ist auch bei Kirchens nicht anders. Wichtig ist aber, dass das Verhältnis stimmt. Wenn du dich dauerhaft mehr ärgerst als du Freude an deiner Arbeit hast, musst du dringend etwas ändern. Wenn eine solche Veränderung nicht möglich ist, bleibt nur der Stellen – oder als ultima Ratio der Jobwechsel.

Ich bin davon überzeugt mit den richtigen Methoden kann und darf Arbeit Spaß machen. Dann ist die Arbeit ein schöner Teil des eigenen Lebens. Dann freust du dich auf den Montag (besonders weil viele von uns da frei haben 😉 )
Die Tipps und Tricks meiner Seite helfen auch dir dabei mehr Freude an deiner Arbeit zu haben. (Link Blog)

Besonders als Seelsorger kannst deinen Tag schlecht in Arbeit und Freizeit teilen. Beides findet nicht am Block statt sondern wechselt sich im Lauf des Tages immer wieder ab. Oft kann man gar nicht sagen, ob das, was man gerade tut, Arbeit ist oder nicht. Das Sitzen in der Kellerbar bei einer Klausurtagung, das Mitfeiern im Jugendheim oder das Gespräch mit der älteren Dame vor dem Bäcker. Arbeit oder Privatvergnügen?

Trotz all dieser Argumente gegen das Bild der Work-Life-Balance ist es natürlich wichtig, die eigene Freizeit nicht aus dem Blick zu verlieren. Daher solltest du private Termine, freie Wochenenden und auch den Urlaub möglichst langfristig festlegen. Zu warten bis man Zeit hat, um mal frei zu machen ist eine Utopie.

Ich halte nichts davon, wenn Seelsorger nur genau die Stunden arbeiten, die im Vertrag stehen. Dennoch ist es zeitweise sinnvoll seine Arbeitsstunden aufzuschreiben. Besonders komfortabel geht das mit der App Hours.
Wenn du dich müde und platt fühlst schau mal auf deine Stunden. Sind es sehr viele, weißt du was du ändern musst. Sind es jedoch weniger als vermutet, musst du den Grund für deine Müdigkeit suchen und kannst ihn nicht einfach auf die Arbeit schieben.
Das zeitweise Stundenzählen hilft dir ein Gefühl für deine Arbeitszeit zu bekommen und schützt dich davor, dich dauerhaft zu übernehmen. Eine Zählung macht besonders über mehrere Monate verteilt Sinn, denn unsere Arbeit ist saisonal über das Jahr verteilt sehr unterschiedlich intensiv.

Arbeit und Freizeit sind untrennbare Seiten ein und derselben Medaille. Die Medaille ist unser Leben. Das Leben ist alles und nicht nur ein Teil der Medaille.

Wenn du noch mehr Zeit sparen möchtest, höre meine Artikel doch einfach als Podcast unterwegs oder bei der Hausarbeit.

Wie gehst du mit der “Work-Life-Ballance” um?

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© Benjamin Floer
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