Mach ich morgen! Aufschieben, aber richtig

Mach ich morgen! Aufschieben, aber richtig

"Mach ich nachher… Das hier ist auch wichtig… Ich hab jetzt keine Zeit…"

Wer kennt sie nicht die kleinen Ausreden zum Aufschieben. Oder hättest du gerade nichts Besseres zu tun, als diesen Text zu lesen? Etwas wirklich Wichtiges, aber leider hast du gerade Null Motivation.

“Heute hatte ich viel vor. Jetzt habe ich morgen viel vor."

Gehörst du zu den Menschen die gerne aufschieben?

Keine Sorge, du stehst nicht allein mit dieser „Charakterschwäche“ da. Wir alle schieben gerne auf. Unangenehmes und arbeitsintensives versucht unser Gehirn zu vermeiden, wann immer es möglich ist. Doch Aufschieberitis erzeugt Druck. Denn erstens ist die Arbeit nicht erledigt, zweitens werden es immer mehr Aufgaben und drittens kommt auch noch das schlechte Gewissen hinzu. Auch ich bin keine Ausnahme. Im Moment regnet es zum Beispiel Bindfäden, deshalb verschiebe ich den Gang zur Reinigung gerne noch einmal auf morgen. Oder die Buchhaltung für diese Seite, schieb ich immer mal wieder um einige Tage auf.

Doch wenn Aufschieben zum Dauerzustand wird, kann es schnell eine Belastung sein.

Wenn die Aufgaben immer mehr und mehr werden. Wenn du das Gefühl hast nicht mehr zu den wichtigen Dingen zu kommen.

Doch was kannst du gegen Aufschieberitis tun?

Die Lösung liegt nicht in einer besseren Aufgabenliste oder einem ordentlichen Kalender. Aufschieben ist nämlich weder Faulheit noch Desorganisation. Es ist vielmehr eine natürliche Reaktion auf eine Überforderung. Wir müssen täglich auf soviel Dinge reagieren, dass wir um den Überblick zu behalten, Aufgaben ausblenden müssen. Also bist nicht du fehlerhaft, sondern die Welt des 21. Jahrhunderts. Wie wir sie uns geschaffen haben, passt nicht zu unseren biologischen Fähigkeiten.

Hier kommt die Lösung

Wenn du also Aufschieben musst, kann die Lösung nicht darin liegen, nicht aufzuschieben. Denn dann würdest du überfordert und läufst geradewegs in den Burnout. Stattdessen musst du sinnvoll aufschieben

 1) Mache dir klar, dass du aufschieben musst und dir damit etwas Gutes tust. So vermeidest du das nagende schlechte Gewissen. 2) Paul Graham unterscheidet in seinem

Essay Good and Bad Procrastination

zwischen drei Dingen, die man statt der Aufgabe tun kann:

  1. nichts tun
  2. etwas weniger wichtiges tun
  3. etwas noch wichtigeres als die aufgeschobene Aufgabe erledigen
Die letzte Variante ist der heilige Gral eines guten Selbstmanagements.

Einige Beispiele dafür:

  • es fällt dir schwer an einem Text weiter zu schreiben - schreib einen anderen
  • du hast keine Lust E-Mails zu beantworten? - Prima. Mache stattdessen deine eigentliche Arbeit ;-)
  • du hast keine Lust an einem Projekt zu arbeiten? - überlege in Ruhe, was noch ein besseres Projekt wäre und mache dir erste Notizen dazu.

Fazit:

1) Aufschieben ist natürlich und gesund. Es gibt keinen Grund für ein schlechtes Gewissen. 2) Statt gar nichts zu tun oder etwas Unwichtiges, mach etwas Wichtigeres, wenn du die Lust verspürst aufzuschieben. Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen mit dieser Methode. Beantworte bitte in den Kommentaren folgende drei Fragen oder komme zur Diskussion in meine Facebookgruppe.

  1. Was hast du aufgeschoben?
  2. Was hast du stattdessen wichtigeres gemacht?
  3. Und: wie erging es dir mit dieser Methode?


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© Benjamin Floer
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