Der Rat des Schwiegervaters für dich – Ein Zeitmanagement Tipp aus der Bibel

Der Rat des Schwiegervaters für dich – Ein Zeitmanagement Tipp aus der Bibel

Der Rat des Schwiegervaters für dich

»Ich kann nicht mehr. Aber wer soll es machen, wenn nicht ich?«
So oder so ähnlich hast du vielleicht auch schon gedacht. Du bist bei weitem nicht der Einzige, der so denkt und fühlt. Was du erlebst, erleben tausende Menschen und das seit tausenden von Jahren.
Ich möchte dir heute einen Rat des Schwiegervaters geben. Nicht meines Schwiegervaters sondern einen Tipp vom Schwiegervater des Mose.

Exodus 18,13-22
Und es geschah am Tag darauf, da setzte Mose sich nieder, um dem Volk Recht zu sprechen. Und das Volk stand bei Mose vom Morgen bis zum Abend. 14 Als aber der Schwiegervater des Mose alles sah, was er mit dem Volk tat, sagte er: Was ist das, das du mit dem Volk tust? Warum sitzt du allein da, während alles Volk vom Morgen bis zum Abend bei dir steht? 15 Mose antwortete seinem Schwiegervater: Weil das Volk zu mir kommt, um Gott zu befragen. 16 Wenn sie eine Rechtssache haben, dann kommt es zu mir, und ich richte zwischen dem einen und dem andern und gebe ihnen die Ordnungen Gottes und seine Weisungen8 bekannt. 17 Da sagte Moses Schwiegervater zu ihm: Die Sache ist nicht gut, die du tust. 18 Du reibst dich auf9, sowohl du als auch dieses Volk, das bei dir ist. Die Aufgabe ist zu schwer für dich, du kannst sie nicht allein bewältigen. 19 Höre nun auf meine Stimme, ich will dir raten, und Gott wird mit dir sein10: Vertritt du das Volk vor Gott11, und bringe du die Sachen vor Gott. 20 Belehre12 sie über die Ordnungen und Weisungen, und zeige ihnen13 den Weg, den sie gehen, und das Werk, das sie tun sollen. 21 Du aber suche dir aus dem ganzen Volk tüchtige, gottesfürchtige Männer aus, zuverlässige14 Männer, die ungerechten Gewinn hassen, und setze sie über sie: Oberste von Tausend, Oberste von Hundert, Oberste von Fünfzig und Oberste von Zehn, 22 damit sie dem Volk jederzeit Recht sprechen! Und es soll geschehen, dass sie jede große Sache vor dich bringen, jede kleine Sache aber selbst richten. Auf diese Weise entlaste dich15, und sie mögen es mit dir tragen!

Welche drei Erkenntnisse aus dem Text kannst du für deinen Arbeitsalltag nutzen?

1. Mose merkt nicht, dass er ein Problem hat
Mose ist so mit seiner Aufgabe beschäftigt, dass er die Überforderung gar nicht bemerkt. Er wird erst von seinem Schwiegervater darauf hingewiesen. Sei aufmerksam für das Feedback, das andere dir zu deiner Arbeitsweise geben. Das können Familienmitglieder, Freunde oder Kollegen sein. Nimm dir Rückmeldungen anderer zu Herzen. Mein Chef sagte zum Beispiel einmal »Du schläfst zu wenig«. Ich fragte ihn wie er darauf käme und er verwies mich auf die Uhrzeiten zu denen ich arbeite. Daraufhin habe ich darüber nachgedacht und meine Arbeitszeiten nochmal verändert.
Auch meine Frau wies mich gelegentlich daraufhin wenn ich versuchte viel zu viel auf einmal zu erledigen. Die Fremdwahrnehmung ist in vielen Fällen präziser als die Selbstwahrnehmung. Nutze die Rückmeldungen anderer.

2. Delegiere in mehreren Ebenen
Würde Mose alle seine Aufgaben an eine Person delegieren, wäre diese Peron schnell genauso überfordert wie er selbst. Stattdessen beauftragt er mehrere Personen zur Leitung von je 1000, 100, 50 und 10.
Dieses Prinzip hat in der Kirche und auch in den einzelnen Gemeinden schon Tradition. Dadurch ist es nichts Ungewohntes für die Gemeindemitglieder. Nutze dieses bewährte Prinzip bei der Delegation von Aufgaben.

So gibt es bei mir in der Jugendarbeit zum Beispiel an jeder Kirche Messdinerleiterrunden, gemeinsam organisieren sie sich in der Stadtleiterrunde. Es gibt aber auch andere Jugendleiterrunden und Pfadfinder. Alle Gruppierungen zusammen sind im Jugendausschuss organisiert.
Und jetzt kommt die Arbeitserleichterung: Jede Organisationsform ist selbstständig mit einer eigenen Leitung. Ich verantworte die gesamte Kinder- und Jugendarbeit an 8 Kirchen. Ich besuche viele Leiterrunden aber ich bin nicht die Leitung der Treffen. Auch wenn ich in Urlaub bin, krank werde oder sehr viel anderes zu tun habe, funktionieren diese Runden ohne mich.
Du musst nicht alles alleine leisten. Die Mündigkeit der getauften und gefirmten Gemeindemitglieder wird durch diese Art des Delegierens Wert geschätzt.

Ein anderes Beispiel:
In der Firmkatechese gibt es nicht nur Treffen mit allen Firmlingen sondern vor allem Gruppentreffen und Ausflüge. Du kannst alleine nicht alle Firmlinge, begleiten also gibst du die Leitung der Gruppen an Katecheten ab. Deine Aufgabe ist dann die Qualifikation und Begleitung der Katecheten.
Aber auch die Ausflüge musst du nicht alle selbst organisieren. Gib die Verantwortung dafür an Kleingruppen der Katecheten.
Du wirst gerade zu Beginn merken wie schwer es ist Verantwortung aus der Hand zu geben, denn dazu musst du den anderen Vertrauen.

3. Subsidiaritätsprinzip
Die Arbeit in mehreren Ebenen, wie oben beschrieben bedeutet nicht nur eine Arbeitsentlastung sondern bedarf der Bereitschaft Verantwortung ab zu geben. Ich entscheide nur wenn ich gefragt werde oder wenn ein Troubleshooter benötigt wird.
Ich verstehe die Aufgabe des Seelsorgers nicht als Leiter der Gemeinde und Gruppierungen, sondern als Begleiter. Ich begleite die Menschen primär geistlich und nicht als Organisator. Der Leiter im Sinne eines Bestimmers zu sein ist nicht unsere Aufgabe und wiederspricht der Idee von Gemeinde.
So verstanden delegierst du Entscheidungen und greifst nur ein wenn die Gruppen selber nicht weiter kommen.

Ich gehe sogar so weit, dass ich »Hilfe« in schwierigen Situationen zunächst delegiere. Wenn zum Beispiel an einer Kirche eine neue Messdinerleiterrunde gegründet wird finde ich “Paten” von den anderen Kirchtürmen, die mit Rat und Tat die Neuen unterstützen.

Fazit:
Delegieren ist nichts Modernes, sondern ein Prinzip, das schon in der Bibel empfohlen wird.
1. Nutze das Feedback anderer für positive Veränderungen.
2. Teile deine Arbeitsfelder in mehrere Zuständigkeitsgruppen.
3. Beachte das Subsidaritätsprinzip und misch dich nur ein, wenn es gefordert wird.

Delegieren ist anstrengend, weil es schwer fällt Verantwortung abzugeben.
Aber Delegieren schafft dir Zeit für deine eigentliche Profession »Seelsorge«.

Wie delegierst du in deiner Arbeit? Womit hast du positive Erfahrungen gemacht?

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© Benjamin Floer
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