Burnout: Und wie ich wieder raus fand (Gastartikel)

Burnout: Und wie ich wieder raus fand (Gastartikel)

Carpe diem, nutze den Tag, das ist ein sehr bekannter Spruch. Wie oft hast du aber am Abend schon gedacht: „Wo ist bloß die Zeit hin? Was war das für ein Tag? Ich habe nichts geschafft, was ich mir vorgenommen habe!“

Es gibt schier unendlich viele Gründe, warum das passieren kann. Manchmal geht einfach etwas schief. Dann wieder kommt etwas Unvorhergesehenes dazwischen. Es kann auch sein, dass es dir einfach nicht gut ging.

In diesem Artikel beschäftige ich mich mit ein paar ganz speziellen Gründen, die vielleicht nicht ganz so offensichtlich sind: Mit deinen Glaubenssätzen!

Glaubenssätze – was ist das?

Nein, es geht hier nicht um deine Religion! Es geht um einen Begriff aus der Psychologie. Es geht um Sätze, die jeder und jede von uns im Laufe des Lebens gelernt hat. Durch Erziehung oder Erfahrung eignest du dir „Regeln“ an, die du nur selten hinterfragst.

Genau das möchte ich aber heute tun. Es gibt nämlich Glaubenssätze, die dich daran hindern, deine Zeit gut zu nutzen.

Kennst du zum Beispiel folgende Sätze? Nimm dir doch mal die Zeit, zu überlegen, ob du – vielleicht unbewusst – ähnlich denkst.

  • Ich mach auch gar nichts richtig.
  • Ich schaffe das sowieso nicht.
  • Das Leben ist kein Ponyhof.
  • Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
  • Du bekommst im Leben nichts geschenkt.
  • Schaffe, schaffe, Häusle baue.
  • Ohne Fleiß kein Preis.

Wenn du dir diese Sätze einmal genauer anschaust, dann merkst du, dass es (mindestens) zwei Typen gibt. Die einen sind Antreiber-Sätze, die anderen sind Hinderungs-Sätze.

Die Hinderungs-Sätze, wie zum Beispiel „Ich schaff das sowieso nicht“, sind offensichtlich dazu geeignet, dich daran zu hindern, deine Zeit gut zu nutzen. Wie oft kommt es vor, dass du mit einer Aufgabe gar nicht erst anfängst, weil du Angst davor hast, sie nicht zu schaffen. Schon mal was von Prokrastination, Aufschieberitis, gehört? Ich denke, diese Glaubenssätze sind ein wichtiger Grund dafür, dass wir Dinge nicht anpacken, sondern immer weiter vor uns herschieben. „Was du heut nicht kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen.“

Die Antreiber-Sätze, wie zum Beispiel „Ohne Fleiß kein Preis“, können dich zu großen Leistungen beflügeln. Bei diesen Glaubenssätzen ist es nicht so offensichtlich, wie sie dich behindern, deine Zeit gut zu nutzen. Es ist eher wie „von hinten durch die Brust ins Auge“. Dadurch, dass du schaffst und schaffst und schaffst, verlierst du irgendwann die wirklich wichtigen Dinge in deinem Leben aus den Augen. Du bewältigst zwar viele Aufgaben, hast aber das Gefühl am Wesentlichen vorbei zu gehen.

Carpe diem heißt ja nicht: „Pack so viel wie möglich in deinen Tag!“, sondern: „Tu die richtigen Dinge in der Zeit, die du hast!“

Ich sage dir ganz ehrlich, dass ich das jahrelang nicht beachtet habe. Ich musste es auf die ganz harte Tour lernen. Eines Tage fiel ich in ein ganz tiefes Loch namens „Erschöpfungs-Depression“, heutzutage meist Burnout genannt. Es hat mich drei Jahre meines Lebens gekostet, diese Lektion zu lernen. Ich hoffe, du brauchst nicht einen solchen Tiefschlag in deinem Leben.

Da es hier auf Benjamins Blog um christliches Zeitmanagement geht, möchte ich dich darauf aufmerksam machen, dass es auch solche Glaubenssätze gibt, die wir durch unsere religiöse Erziehung gelernt haben. (Auch damit meine ich nicht das Glaubensbekenntnis der Christen!)

Ich habe hier zwei Bibelverse rausgefischt, die im Laufe der Jahrhunderte auf eine sehr negative und problematische Art und Weise ausgelegt wurden.

Kauft die Zeit aus; denn es ist böse Zeit. Epheser 5, 16

Auch wenn dieser Vers nicht so bekannt ist, so hat er doch zu einer christlichen Hochachtung vor der Bereitschaft Höchstleistungen zu bringen geführt. Du weißt sicher genauso gut wie ich, dass diese Bereitschaft auch eine ganz dunkle Schattenseite hat.

Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh an ihr Tun und lerne von ihr! Sprüche 6, 6

Fleiß scheint fast schon eine christliche Tugend zu sein. Das ist ja auch nicht nur schlecht, aber wenn du daraus den Schluss ziehst, dass Faulheit eine Sünde ist, dann wird es doch sehr problematisch.

Wie gehst du mit deinen Glaubenssätzen um?

Tief verwurzelte Glaubenssätze, die wir über Jahre und vielleicht Jahrzehnte gelernt haben, lassen sich nicht einfach von heute auf morgen verändern. Möglicherweise ist dazu sogar eine Therapie nötig.

Es gibt aber eine Möglichkeit, zumindest damit zu beginnen, sich zu verändern. Das wichtigste dabei ist, dass du dir über deine eigenen Glaubenssätze klar wirst. Es lohnt sich auf jeden Fall, die eigenen Glaubensregeln mal genauer anzuschauen.

Mach dir klar, wo und wann du diese Sätze gelernt hast. Achte darauf, wann du dich gemäß dieser Sätze verhältst. Denk darüber nach. Frag dich, wo sie dich behindern, deine Zeit gut zu nutzen.

Positive Glaubenssätze

Es gibt noch eine zweite Möglichkeit daran zu arbeiten: Schaff dir neue, positive Glaubenssätze! Ich weiß, das ist einfacher gesagt, als getan. Du wirst es allerdings niemals schaffen, wenn du nicht zumindest anfängst.

Wie wäre es zum Beispiel damit:

  • Ich habe viel Zeit, genau 86400 Sekunden an jedem Tag!
  • Das Wichtigste ist Zeit für die Menschen, die ich liebe!
  • Ich nutze meinen Tag für wirklich wichtige Dinge!
  • Ich darf Zeit für mich selbst haben!

Versuch es doch einfach mal. Nutze deinen Tag so, wie es dir gut tut und für dich richtig ist!

Liebe Grüße und bleib von Gott behütet!

Uwe Hermann

 

PS: Einen ausführlichen Artikel über Glaubenssätze findest du auch auf meinem Blog:

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