Ich hasse Atemübungen. Warum ich die App 8Breath trotzdem mag.

Ich hasse Atemübungen. Wirklich.

Nicht, weil ich etwas gegen Meditation oder Achtsamkeit hätte. Ganz im Gegenteil. Sondern weil ich als Lungenpatient bei manchen angeleiteten Meditationen regelmäßig innerlich aussteige.

Da sitze ich gerade einigermaßen entspannt, höre einer angenehmen Stimme zu und dann kommt dieser Satz:

„Dein Atem kommt und geht ganz selbstverständlich. Du musst nichts dafür tun. Du denkst gar nicht darüber nach.“

Doch. Tue ich!

Und ganz selbstverständlich ist das mit dem Atmen für mich eben nicht.

In solchen Momenten fühle ich mich ehrlich gesagt ziemlich verarscht. Nicht, weil die Person, die diese Meditation eingesprochen hat, etwas Böses möchte. Sondern weil sie etwas als selbstverständlich voraussetzt, das für mich alles andere als selbstverständlich ist.

Und schon ist sie dahin, die meditative Stimmung.

Dabei können mir gute Atemübungen durchaus helfen, mich zu entspannen. Und für Meditation bin ich schon lange offen. Ich möchte nur selbst entscheiden können, wann, wo und wie ich meditiere. Ohne feste Termine, ohne Anleitung durch eine anwesende Person und möglichst ohne großen Aufwand.

Und dann begegnet mir ausgerechnet eine App, bei der sich fast alles ums Atmen dreht: 8Breath *

Warum mir das Konzept gefällt, obwohl ich Atemübungen eigentlich nicht leiden kann, erzähle ich dir hier.

Eine App für Menschen, die einfach mal zur Ruhe kommen möchten

8Breath * ist eine App für Atmung, Meditation und Nervensystemregulation.

Schon an dieser Stelle der Hinweis, dass du mit dem 8Breath Rabattcode BENJAMIN8 10€ sparen kannst. * Aber ließ erst mal weiter …

Entwickelt wurde sie von Andreas Jansen in Deutschland. Sie ist vollständig deutschsprachig und für iOS und Android erhältlich.

Das Angebot ist umfangreich: mehr als 20 anpassbare Atemübungen, über 800 Audioinhalte, darunter über 150 geführte Atem-Sessions und mehr als 200 geführte Meditationen. Die Inhalte stammen von über 150 deutschsprachigen Coaches. Dazu kommen unter anderem Schlafgeschichten, Musik, Yoga und somatische Übungen.

Als Minimalist werde ich bei solchen Zahlen allerdings zunächst skeptisch.

Mehr als 800 Inhalte? Brauche ich das wirklich?

Ich möchte schließlich meditieren und nicht erst eine Viertelstunde durch eine App scrollen, um die perfekte Meditation zu finden. Wenn ich mich entspannen möchte, sollte mich die Suche nach Entspannung nicht zusätzlich stressen.

Und genau deshalb gefällt mir eine Funktion besonders gut.

Die tägliche Praxis: Bitte nicht noch mehr Entscheidungen!

Auf der Startseite von 8Breath gibt es den Bereich „Tägliche Praxis“. Für mich ist das bisher einer der stärksten Teile der App.

Hier finde ich drei einfache Angebote: eine persönliche Meditationsempfehlung für den Tag, ein Zitat und einen Timer für die Stille.

Mehr brauche ich morgens eigentlich nicht.

Ich sitze gerne früh mit einem Matcha in meinem Lieblingssessel am großen Fenster zum Garten. Noch bevor ich die Kinder wecke und der Familienalltag beginnt, habe ich einen Moment für mich.

Die tägliche Praxis passt wunderbar in diesen Moment. Ich muss nicht lange überlegen, welche Meditation ich heute auswählen könnte. Ich bekomme einen Vorschlag und kann direkt anfangen.

Das klingt nach einer Kleinigkeit. Aber genau solche Kleinigkeiten entscheiden oft darüber, ob wir eine gute Gewohnheit tatsächlich leben oder nur darüber nachdenken.

Ich möchte atmen und meditieren. Ich möchte mich nicht erst lange mit einer App beschäftigen.

Hinsetzen, Klappe halten: Warum ich den Timer für Stille mag

Besonders interessant finde ich den Timer für die Stille.

Wir Theolog*innen würden vielleicht vom stillen Gebet sprechen.

Ein sehr guter Freund von mir ist davon begeistert. Irgendwann habe ich ihn gefragt, wie das eigentlich funktioniert.

Seine Antwort war denkbar einfach:

„Hinsetzen, Klappe halten.“

So einfach?

Ja, eigentlich schon.

Wir reden beim Beten oft unglaublich viel. Wir erzählen Gott, was uns beschäftigt, worüber wir uns Sorgen machen und was wir uns wünschen. Aber wie häufig halten wir einfach mal den Mund und hören hin?

Vielleicht möchte Gott uns ja auch etwas sagen. Vielleicht kommt eine Antwort nicht dadurch, dass wir noch mehr Worte machen, sondern dadurch, dass wir endlich still werden.

Ich glaube, dass wir Gott in anderen Menschen begegnen können. Aber eben auch in uns selbst. Und dafür kann die Stille ein guter Ort sein.

Du musst diesen Gedanken nicht religiös verstehen. Auch ohne Glauben kann es wertvoll sein, einfach einmal nichts zu tun.

Keine Leistung. Kein Ergebnis. Kein Ziel.

Einfach sein.

Atemübungen: Es muss nicht immer alles selbstverständlich sein

Zurück zum Atmen.

Mein Problem mit manchen Atemmeditationen ist nicht, dass sie mich auf meinen Atem aufmerksam machen. Mein Problem ist, wenn sie mir erklären, wie selbstverständlich und mühelos das alles angeblich funktioniert.

Bewusst ein- und auszuatmen kann guttun. Aber Menschen bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit. Nicht jede Technik fühlt sich für jede*n gleich angenehm an.

Bei 8Breath habe ich bisher Atemübungen gefunden, die ich als angenehm empfinde.

Praktisch finde ich, dass sich die Übungen anpassen lassen. Bilder, Klänge, Sprecher*in und weitere Einstellungen können verändert werden.

Das ist einerseits gut. Andererseits lauert hier eine Falle, die ich nur zu gut kenne: Man kann sich auch darin verlieren, alles möglichst perfekt einstellen zu wollen.

Die Standardeinstellungen finde ich bereits gut. Deshalb würde ich empfehlen, zunächst einfach damit anzufangen, statt aus einer kurzen Atemübung ein neues Optimierungsprojekt zu machen.

Probier es aus: Die 4-7-8-Atmung

Bei der 4-7-8-Atmung atmest du vier Sekunden ein, hältst den Atem sieben Sekunden an und atmest acht Sekunden aus.

Die Übung wird häufig zur Entspannung eingesetzt. Die längere Ausatmung kann dabei helfen, zur Ruhe zu kommen.

Bevor du weiterliest, kannst du die Animation direkt ausprobieren. Du musst dafür nichts installieren.

Wichtig: Wenn dir das Atemanhalten unangenehm ist, erzwinge es nicht. Eine Atemübung soll kein Wettbewerb werden.

Probier es aus: Die Box-Atmung

Eine weitere Technik ist die Box-Atmung. Dabei folgen vier gleich lange Phasen aufeinander: einatmen, Atem halten, ausatmen, Atem halten.

Häufig werden dafür jeweils vier Sekunden verwendet. Die vier Phasen bilden gewissermaßen die Seiten eines Quadrats.

Die klare Struktur kann helfen, die Aufmerksamkeit auf den Atem zu richten, statt sich gedanklich mit zehn anderen Dingen zu beschäftigen.

Auch diese Übung kannst du direkt hier mitmachen.

Beide Übungen gehören zu den kostenlosen Funktionen von 8Breath. Die Standard-Atemübungen lassen sich mit ihren Einstellungen auch ohne Abo nutzen.

Viele Stimmen statt einer einzigen perfekten Meditation

Bei geführten Meditationen spielt die Stimme für mich eine große Rolle.

Manche Stimmen finde ich sofort angenehm. Andere liegen mir weniger. Das ist ganz normal und vermutlich bei jedem Menschen anders.

Deshalb gefällt mir, dass 8Breath mit vielen unterschiedlichen Sprecher*innen arbeitet. Alle Audioinhalte werden von echten Menschen eingesprochen. Synthetische Sprecherstimmen gibt es nicht.

Auch Musik und Tempo lassen sich bei entsprechenden Übungen anpassen. Das finde ich sinnvoll, solange ich mich nicht wieder darin verliere, die perfekte Einstellung zu suchen.

Damit du einen Eindruck von den unterschiedlichen Stimmen und Stimmungen bekommst, habe ich drei kurze Hörproben eingebunden.

Wichtig: Die Hörproben dauern jeweils nur etwa 30 Sekunden. Sie sind keine vollständigen Meditationen, sondern sollen dir vor allem einen Eindruck von Stimme und Atmosphäre geben.

Dankbarkeit statt direkt ins Gedankenkarussell

Eine kurze Meditation am Morgen und ein gutes Zitat können für mich schon eine Bereicherung sein.

Die Morgenmeditation „Bade in Dankbarkeit“ von Jan von Wille ist ein Beispiel aus dem Angebot von 8Breath.

Hör einmal kurz hinein und achte darauf, wie die Stimme auf dich wirkt.

Ein Waldspaziergang für die Ohren

Ich mag die Vorstellung, dass wir nicht immer erst einen perfekten Ort brauchen, um eine Pause einzulegen.

Natürlich ersetzt eine Audioaufnahme keinen echten Spaziergang im Wald. Aber sie kann eine Möglichkeit sein, sich für einen Moment aus dem Alltag herauszunehmen.

Hier hörst du einen kurzen Ausschnitt aus „Waldspaziergang“ von Franziska Becker.

Den eigenen Körper wieder wahrnehmen

Stress findet nicht nur in unserem Kopf statt. Wir spüren ihn häufig auch körperlich.

8Breath beschäftigt sich deshalb neben Meditation und Atmung auch mit somatischen Übungen. Dabei geht es unter anderem darum, den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen.

Ein Beispiel ist die „Atemreise zur Regulation deines Nervensystems“ von Nina Lehmann.

Auch hier kannst du dir einen kurzen Eindruck von der Anleitung verschaffen.

Gerade bei Atem- und Körperübungen ist mir wichtig, dass niemand das Gefühl bekommt, eine bestimmte Wirkung erreichen zu müssen. Was einem Menschen hilft, kann für einen anderen unangenehm sein.

Atemtechniken ersetzen auch keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.

Entdecke: Viel Auswahl, wenn ich sie brauche

Wenn ich morgens meine tägliche Praxis mache, möchte ich möglichst wenig entscheiden müssen.

Manchmal suche ich aber ganz bewusst etwas für eine bestimmte Situation. Vielleicht eine kleine Wellnesspause an einem besonders stressigen Tag. Vielleicht eine Meditation zum Einschlafen.

Dafür gibt es in 8Breath den Bereich „Entdecke“ mit einer Suchfunktion.

Hier kann ich gezielt nach passenden Angeboten schauen, statt mich wahllos durch die große Bibliothek zu klicken.

Das ist für mich der richtige Umgang mit den vielen Möglichkeiten: Im Alltag möglichst einfach. Und wenn ich etwas Bestimmtes brauche, darf die Auswahl gerne größer sein.

Was mich an 8Breath bisher stört

Bei aller Begeisterung für die tägliche Praxis gibt es auch etwas, das ich bisher nicht optimal finde.

Die Startseite ist mir zu voll.

Sie bietet viele Informationen und Möglichkeiten auf einmal. Gerade bei einer App, die mir helfen soll, zur Ruhe zu kommen, empfinde ich das als etwas erschlagend.

Ich würde mir wünschen, dass die tägliche Praxis einen eigenen Reiter bekommt.

App öffnen. Meditation starten. Fertig.

Das wäre für mich die konsequenteste Umsetzung des Gedankens, dass weniger manchmal tatsächlich mehr ist.

Aber das ist natürlich meine persönliche Vorliebe. Andere Menschen möchten vielleicht gerade auf der Startseite möglichst viele Angebote sehen.

Erinnerungen ja, Leistungsdruck nein

8Breath kann auch Fortschritte dokumentieren. Übungsminuten, absolvierte Sessions und Serien lassen sich nachvollziehen.

Mich interessiert das ehrlich gesagt kaum.

Ich möchte nicht wissen, ob ich diese Woche mehr meditiert habe als letzte Woche. Und ich brauche auch keine möglichst lange Serie, die ich auf keinen Fall unterbrechen darf.

Ich möchte zur Ruhe kommen. Nicht die nächste Aufgabe möglichst erfolgreich erledigen.

Was mir dagegen gut gefällt, sind die Erinnerungen.

Eine Erinnerung an die Meditation am Morgen und eine weitere daran, sich rechtzeitig auf das Bett vorzubereiten, finde ich hilfreich.

Die App darf mich gerne daran erinnern, mir Zeit für mich zu nehmen. Sie muss mir aber nicht ständig zeigen, wie gut ich darin bin.

Was kostet 8Breath?

8Breath lässt sich grundsätzlich kostenlos nutzen. Alle Standard-Atemübungen einschließlich ihrer Einstellungsmöglichkeiten stehen ohne Abo zur Verfügung. Dazu kommen mindestens zwei Audioinhalte je Kategorie sowie die BOLT- und HRV-Messung einschließlich Analyse und Export.

Für zusätzliche Inhalte gibt es 8Breath Plus.

  • Monatsabo: 14,99 Euro
  • Jahresabo: 59,99 Euro
  • Sieben Tage Testphase beim Jahresabo

Das Jahresabo kostet umgerechnet rund 16 Cent am Tag.

Mit dem Rabattcode BENJAMIN8 oder diesem Link sparst du 10€ *

Zum Vergleich: Ein Coffee to go für angenommene 3,50 Euro kostet ungefähr so viel wie drei Wochen 8Breath Plus im Jahresabo.

Für einen Kaffee, der uns wach machen soll, geben wir oft ganz selbstverständlich Geld aus. Aber was ist es uns wert, auch mal wieder runterzukommen?

Natürlich ist das kein Argument dafür, einfach noch ein Abo abzuschließen. Denn auch 16 Cent am Tag sind unnötig ausgegeben, wenn ich die App nicht nutze.

Ich würde deshalb mit den kostenlosen Angeboten anfangen und erst dann über Plus nachdenken, wenn die App wirklich einen festen Platz im Alltag gefunden hat.

Ein Lifetime-Angebot, bei dem ich einmal bezahle und die App dauerhaft nutzen kann, würde mir persönlich gefallen. In den vorliegenden Preisangaben wird ein solches Modell allerdings nicht angeboten.

Passt 8Breath zu einem minimalistischen Leben?

Ich finde schon. Zumindest passt die App bisher gut zu meinem Leben.

Aber nicht wegen der vielen Hundert Inhalte. Nicht wegen der Statistiken und auch nicht, weil ich jede Funktion möglichst intensiv nutzen möchte.

Sondern weil sie mir ermöglicht, kleine Pausen unabhängig von Zeit und Ort in meinen Alltag einzubauen.

Morgens mit meinem Matcha am Fenster zum Garten. Oder mitten an einem stressigen Tag, wenn ich merke, dass ich eine kurze Unterbrechung brauche.

Und dafür muss ich nicht jedes Mal etwas Neues lernen oder eine perfekte Routine entwickeln.

Eine kurze Meditation. Ein guter Gedanke. Ein paar Minuten Stille.

Das kann schon reichen.

Ich denke dabei an ein Bild: Die Fackel, die niemand auffüllt, verbrennt sich irgendwann selbst.

Wir können nicht ständig für andere brennen, ohne auf unsere eigenen Kraftreserven zu achten.

Und vielleicht müssen wir uns auch von der Vorstellung verabschieden, dass jede Minute unseres Tages einen messbaren Nutzen haben muss.

Wir dürfen einfach mal sein. Ohne Leistung.

Mein bisheriges Fazit zu 8Breath

Ich teste 8Breath aktuell noch. Ob die App langfristig etwas an meinem Alltag verändert, kann ich deshalb noch nicht beurteilen.

Was ich aber schon sagen kann: Das Konzept passt gut zu mir und meinem minimalistischen Leben.

Besonders gefallen mir die tägliche Praxis, die unterschiedlichen menschlichen Stimmen, die anpassbaren Übungen und die Möglichkeit, ohne große Vorbereitung einfach anzufangen.

Die überladene Startseite könnte aus meiner Sicht noch übersichtlicher werden. Und ich werde sicher auch künftig nicht jede Atemübung mögen.

Aber das muss ich auch nicht.

Vielleicht ist genau das der entscheidende Punkt: Ich brauche keine App, die mich zu einem besseren Meditierenden macht. Ich brauche etwas, das mir hilft, im Alltag regelmäßig innezuhalten.

Und manchmal ist der beste Anfang tatsächlich ganz einfach:

Hinsetzen. Klappe halten. Einfach sein.

Mehr Informationen findest du auf 8breath.de * Die App ist für iPhone und iPad sowie für Android erhältlich.


Transparenz: 8Breath hat mich angesprochen und mir die App kostenlos zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt. Für diesen Artikel habe ich keine Vergütung erhalten. Ich teste die App aktuell noch. Meine Einschätzungen und Kritikpunkte sind meine eigenen. Die Produktdaten und Preise basieren auf den Presseunterlagen von 8Breath, Stand September 2026.

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